«Humanitarian Reset» in Genf
Die Humanitarian Networks and Partnerships Week findet vom 2. bis 12. März 2026 statt. Sie bietet Raum für Austausch, Konsultationen und die Entwicklung praxisnaher Lösungen für humanitäre Herausforderungen. Im Zentrum steht dieses Jahr der so genannte «Humanitarian Reset», eine ambitiöse Reform Prozess der ganze Sektor. Lokale Organisationen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Die Humanitarian Networks and Partnerships Week (HNPW) findet vom 2. bis 12. März 2026 statt und gehört zu den grössten Zusammenkünften von Mitgliedstaaten, UN-Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, dem privaten Sektor, der Wissenschaft und weiteren Akteuren. Als systemübergreifende Plattform bietet sie Raum für Austausch, Konsultationen und die gemeinsame Entwicklung praxisnaher Lösungen für humanitäre Herausforderungen. Die HNPW wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ausgerichtet und vom United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) organisiert.
HPNW im Wandel: 2015 bis heute
Von 2015 bis 2020 fand die HNPW jährlich vor Ort im Internationalen Konferenzzentrum Genf (CICG) statt und verzeichnete kontinuierlich wachsende Teilnehmer- und Netzwerkzahlen. 2021 wurde sie aufgrund der COVID-19-Pandemie vollständig virtuell durchgeführt. Seit 2022 wird die Veranstaltung in einem hybriden Format mit einer Online-Phase und einer anschliessenden Präsenzwoche in Genf durchgeführt. Durch ihr hybrides Format ermöglicht die Veranstaltung zudem die Beteiligung humanitärer Akteure sowie lokaler und regionaler Partner aus dem globalen Süden.
Für 2026 ist eine verkürzte Durchführung der Veranstaltung vorgesehen: Vom 2. bis 6. März 2026 findet die HNPW online statt, gefolgt von einem verkürzten hybriden Segment vom 10. bis 12. März 2026.
Humanitarian Reset
Der Humanitarian Reset ist eine Initiative der Vereinten Nationen. Die Initiative verfolgt das Ziel, das stark belastete und chronisch unterfinanzierte internationale System der humanitären Hilfe zu reformieren. Im Mittelpunkt steht dabei eine schnellere, stärker lokal ausgerichtete und effizientere Hilfe, die gezielt auf die dringendsten Bedürfnisse fokussiert ist. So sollen Entscheidungsbefugnisse stärker an lokale Akteure übertragen, bürokratische Prozesse reduziert und lebensrettende Massnahmen in Krisensituationen konsequent priorisiert werden.
«Humanitarian Reset»
Als praxisorientierte und von Fachleuten getragene Veranstaltung unterscheidet sich die HNPW von klassischen humanitären Konferenzen. Die beteiligten Netzwerke und Partnerschaften gestalten ihre Programme eigenständig, organisieren Sitzungen und laden relevante Interessengruppen ein. Ergänzend finden gemeinsame Sitzungen zu übergreifenden Themen statt, um Austausch und Zusammenarbeit zu fördern. In diesem Jahr steht dabei der «Humanitarian Reset» im Mittelpunkt, eine vorgeschlagene Reform des humanitären Systems mit dem Ziel, dessen Effizienz und Wirksamkeit zu stärken.
Die Hilfe, die zuerst kommt und zuletzt geht
Im Rahmen des «Humanitarian Reset» wird lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine zentrale Bedeutung zugeschrieben. Sie sind in den betroffenen Regionen verankert und verfügen über fundierte Kenntnisse der lokalen Kontexte, Kulturen und Sprachen. Dadurch können sie Bedürfnisse häufig schneller und präziser erfassen und geeignete Massnahmen entsprechend ausrichten. Zudem geniessen lokale NGOs in vielen Gemeinschaften ein hohes Vertrauen, was ihnen ermöglicht, auch in sensiblen und komplexen Kontexten tätig zu sein.
Aufgrund ihrer lokalen Präsenz leisten sie häufig bereits unmittelbar nach Krisen oder Katastrophen erste Unterstützung, oftmals noch bevor internationale Akteure vor Ort aktiv werden. Gleichzeitig bleiben lokale Organisationen vielfach auch nach der akuten Phase engagiert und tragen langfristig zum Wiederaufbau und zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung bei. Vor diesem Hintergrund gelten lokale NGOs als zentrale Akteure für eine wirksame, kontextnahe und nachhaltige humanitäre Hilfe.
Freiwillige als Lebensader der Hilfe
Im anhaltenden Konflikt im Sudan sind lokale Hilfsnetzwerke für Millionen von Menschen zu einer entscheidenden Lebensader geworden. Insbesondere für jene, die in Gebieten festsitzen, die internationale humanitäre Organisationen aus Sicherheitsgründen kaum noch erreichen können. Diese Gruppen bestehen aus Nachbarinnen und Nachbarn, jungen Freiwilligen, Pflegefachpersonen und Studierenden, die sich zusammenschliessen, um eingeschlossene Gemeinden mit Lebensmitteln, sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und sicheren Evakuierungsmöglichkeiten zu unterstützen.
Dank ihrer engen Verankerung in den Gemeinden sowie ihrer Fähigkeit, sich schnell und unauffällig zu bewegen, sind sie oft die Einzigen, die selbst in besonders schwer zugänglichen Gebieten Hilfe leisten können. Trotz erheblicher Gefahren, darunter Drohungen durch bewaffnete Gruppen und akute Versorgungsengpässe, haben ihre Einsätze unzähligen Familien das Leben gerettet und dazu beigetragen, den Kontakt zwischen Menschen in einer der schwersten humanitären Krisen der Welt aufrechtzuerhalten.
Genf – die Brücke zwischen den Ebenen
Die HNPW nutzt die Vorteile des internationalen Genfs: Lokale NGOs erhalten dort direkten Zugang zu Staaten und internationalen Organisationen. Genf verbindet unterschiedliche Ebenen miteinander, die strategische mit der operativen, Staaten mit internationalen Organisationen sowie internationale mit lokalen Akteuren.
So können lokale Organisationen ihre Erfahrungen aus der Praxis in politische Debatten einbringen, Berichte und Zeugnisse präsentieren und auf Menschenrechtsverletzungen oder humanitäre Krisen aufmerksam machen. Genf gilt daher als ein globales Zentrum der politischen Interessenvertretung.
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