Migrationsaussenpolitik der Schweiz – Kohärenz im Entwicklungsbereich

Bundesrätin Simonetta Sommaruga in Sri Lanka.
Die Migrationspartnerschaft zwischen der Schweiz und Sri Lanka zielt darauf ab, die Menschenrechte zu stärken und dank Förderung der Berufsbildung Perspektiven für junge Generationen zu schaffen. ©EJPD

Migration ist ein komplexes Phänomen. Eine erfolgreiche Migrationsaussenpolitik setzt entsprechend verschiede Instrumente ein. Die DEZA nutzt ihre Erfahrung, um im Rahmen einer interdepartementalen Koordination zur Umsetzung der Schweizer Migrationspolitik beizutragen. Sie beteiligt sich auch an der Umsetzung von Migrationspartnerschaften durch Programme, die sie in den betroffenen Ländern erarbeitet. Sie setzt sich für einen Umgang mit Migrationsbewegungen ein, der auf den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Möglichkeiten aufbaut, die sich durch die Migration ergeben, und der damit verbundenes Leid mindert.

Fokus der DEZA

Der erfolgreiche Umgang mit Migration und den entsprechend vielfältigen Herausforderungen setzen die Zusammenarbeit verschiedener Akteure voraus. Deshalb pflegt die Schweiz seit Jahren einen Gesamtregierungsansatz in der Migrationspolitik (IMZ-Struktur).

Im Rahmen der interdepartementalen Zusammenarbeit im Migrationsbereich bringt die DEZA besonders den Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen Migration und Entwicklung sowie ihre operationellen Erfahrungen ein.

Interdepartementale Struktur für die internationale Migrationszusammenarbeit

Die interdepartementale Struktur zur internationalen Migrationszusammenarbeit (IMZ-Struktur), die vom Bundesrat im Februar 2011 geschaffen wurde, vereint die zuständigen Ämter des EDA, des WBF und des EJPD. Die IMZ-Struktur stellt die Koordination im Bereich der Migrationsaussenpolitik der Schweiz auf strategischer und operationeller Ebene sicher.

Interdepartementale Struktur zur internationalen Migrationszusammenarbeit, SEM

Gleiche Stossrichtung sicherstellen

Die DEZA setzt sich dafür ein, dass die vor Ort gemachten Erfahrungen und der internationale Migrationsdialog in die nationale Migrationsdebatte einfliessen. Zudem fördert sie die Kohärenz zwischen der Migrations- und der Entwicklungspolitik und setzt diesen Grundsatz in ihren Programmen um.

Migrationspartnerschaften

Die DEZA trägt auch zur Umsetzung von Migrationspartnerschaften bei, indem sie entsprechende Programme in den Partnerländern erarbeitet. Solche Programme werden seit mehr als zehn Jahren in Sri Lanka, Tunesien, Nigeria, Bosnien und Herzegowina, Serbien und im Kosovo durchgeführt.

Migrationspartnerschaften tragen zu einer kohärenteren und wirksameren Migrationsaussenpolitik der Schweiz bei. Sie ermöglichen es, konstruktive Lösungen für die Herausforderungen der Migration zu finden und die damit verbundenen Chancen zu nutzen.

Hintergrund

Die globale Migration hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Sie hat sich aufgrund steigender Mobilität und erleichterten Informations- und Medienzugang diversifiziert und globalisiert. Die Gründe für Migration – Armut, Krieg, Menschenrechtsverletzungen, Wirtschaftskrisen und Klimawandel – haben sich zwar nicht grundlegend verändert, aber das Ausmass und die globale Verflechtung dieser Probleme haben die Komplexität der Migration erhöht. Dies bietet der Schweiz neue Chancen, stellt sie aber auch vor neue Herausforderungen.

Die Migrationsaussenpolitik der Schweiz orientiert sich daher an den folgenden drei Grundsätzen:

  • Ganzheitlicher Migrationsansatz
    Die Migration ist ein globales Phänomen, das sowohl Risiken als auch Chancen mit sich bringt.
  • Partnerschaftsansatz
    Die durch die Migration verursachten Risiken und Chancen müssen partnerschaftlich mit den Herkunfts-, Transit- und Zielländern angegangen werden.
  • Gesamtregierungsansatz
    Im Migrationsbereich ist ein kohärentes Vorgehen der zuständigen Departemente des Bundes erforderlich.

Vor diesem Hintergrund hat die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit viel zu bieten, um den Umgang mit globaler Migration zu verbessern. Kurzfristig kann die Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag leisten, die Ursachen von Flucht und unfreiwilliger Migration zu vermindern. Mittelfristig kann die Entwicklungszusammenarbeit dazu beitragen, dass Migration vermehrt auf reguläre und sichere Weise stattfindet und dass Zwangsvertriebene sich besser in Aufnahmeländern in ihrer Herkunftsregion integrieren können. Längerfristig kann die Entwicklungszusammenarbeit Ursachen der irregulären Migration nachhaltig angehen, Menschen eine Perspektive in ihrem Heimatland anbieten, sowie akute Fluchtursachen durch präventive Arbeit und eine Stärkung der Gouvernanz in Partnerländern bekämpfen.

Konkrete Umsetzung in Afrika

Am Horn von Afrika herrschen weltweit die grössten Migrationsbewegungen. Die Schweiz ist seit über zwanzig Jahren in dieser Region im Bereich des Flüchtlingsschutzes tätig. Sie baute dazu eine strategische Partnerschaft mit der IGAD, der einzigen regionalen Organisation am Horn von Afrika, auf. Die Organisation hat einen Zuständigkeitsbereich von acht Ländern mit über 280 Millionen Menschen.

Die finanzielle, technische (Bereitstellung eines Experten) und politische Unterstützung der Schweiz ermöglicht es den acht Ländern, das Migrationsmanagement auf nationaler und regionaler Ebene zu verbessern. Zudem trägt diese Hilfe zur Bewältigung der klimabedingten Migration bei, fördert die Mobilität innerhalb der Region und erhöht die Beschäftigungsaussichten von Migrantinnen und Migranten in diesen Ländern. Denn Migrantinnen und Migranten, die Schutz geniessen und Zugang zum Arbeitsmarkt haben, können ihre Familien besser unterstützen und zur Entwicklung ihrer Gemeinschaft, ihres Gastlandes und ihres Herkunftslandes beitragen.  

Diese strategische Partnerschaft ist die erste Initiative, die von den drei Hauptakteuren des Bundes im Migrationsbereich (DEZA, AMS, SEM) gemeinsam finanziert wird. Die Unterstützung ermöglicht es der Schweiz, mit den acht Ländern am Horn von Afrika einen Dialog über Migrationsfragen zu führen, der sowohl die aussen- als auch die innenpolitischen Interessen der Schweiz berücksichtigt.  

Aktuelle Projekte

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Migrant Rights and Decent Work (MiriDew)

01.09.2018 - 31.08.2021

Remittances sent home by over 3 million Nepali migrant workers have significantly reduced poverty. Nevertheless, the rights of migrants are regularly violated. The proposed project will enhance the Government of Nepal’s understanding of overseas labour market conditions and strengthen mechanisms to better protect the rights of Nepali workers at home and abroad through better consular support and a strong presence in the international policy dialogue.


Strengthened and Informative Migration Systems (SIMS)

16.08.2018 - 14.12.2023

Labour migration remains a key driver for development in Bangladesh. The present project strengthens the socio-economic development of the country by providing better life perspectives for migrant workers. It enables migrant workers and their families to take informed decisions towards a productive and safe migration experience with reduced social costs. This supports implementation of the parliamentary mandate to better link Swiss migration policy with international cooperation.


Strengthening the capacities of Community-Based Organisations (CBOs) serving migrants in Egypt

15.04.2018 - 30.11.2021

In Egypt, Community Based Organisations (CBOs) are key actors in responding to migrant’s[1] basic needs. These include child and adult education, emergency assistance, medical and legal services. The project strengthens the ability of these organisations to provide these much-needed services. Moreover, CBOs will be empowered to advocate for migrant’s needs in the donor community and with decision makers. Reliable and sustainable services for migrants in Egypt also serve the migration interests of Switzerland.

 

[1]  The term migrant in this proposal includes refugees, asylum seekers, new arrivals in the “pre-refugee status determination phase”, (all nationalities identified by UNHCR) and vulnerable migrants (irregular and regular) residing in Egypt.

 


Strengthening cities for migration and development

15.10.2017 - 31.12.2021

Cities are the main destination for migrants worldwide. They play a crucial role in ensuring migrants’ social and economic inclusion and in leveraging migration as a source of innovation and prosperity. Switzerland aims at strengthening the evidence base on how to manage urban migration to maximize its development effects and at leveraging the voice and experience of cities in shaping effective migration policies. The project will involve Swiss cities and benefit from Swiss research expertise.


Programme Global Migration et Développement en Afrique de l‘Ouest (PGMD AO)

01.10.2017 - 31.12.2020

Le Programme Global Migration et Développement pour l’Afrique de l‘Ouest (PGMD-AO) vise à maximiser le potentiel de la migration pour le développement durable de la région. Dans cette 2ème Phase, il est prévu de contribuer au renforcement de la mobilité dans le cadre des processus d’intégration régionaux et de renforcer les dispositifs et mécanismes de protection des personnes en mobilité transfrontalière, en particulier les enfants.


SDC - ECDPM Partnership 2017-2020: Promoting PCSD concept work and implementation

01.10.2017 - 31.12.2020

The 2030 Agenda calls for joint actions across national borders, economic sectors and cultures for managing global risks and achieving a transition towards global sustainable development. As stipulated in the Agenda 2030 and resumed in the dispatch on Switzerland’s International Cooperation 2017-20, policy coherence for (sustainable) development will play a key role as a means of implementation. The SDC –ECDPM Partnership aims at providing analysis, policy solutions, and practical support to implement them, to SDC and development partners in general.


Intervention en santé mentale et soutien psychosocial pour les migrants au Niger

15.08.2017 - 28.02.2019

2016 environ 200,000 migrants sont passés par le Niger sur l’axe Niger-Lybie/Algérie. Ces migrants sont souvent exposés à des violations graves des droits de l’homme et des traumas. Seule une petite proportion des migrants bénéficie d’une forme d’assistance couvrant les besoins essentiels (santé, abri, nourriture). Une réponse aux traumatismes subis est quasi inexistante. Par ce co-financement, la Suisse contribue donc au renforcement d’une réponse santé mentale/psychosociale ainsi que d’autres services de protection pour les migrants au Niger pour préserver leur bien-être et le potentiel de développement humain.



Contribution to the KFPE - Science-Policy-Practice Dialogue

01.07.2017 - 31.12.2020

The Commission for Research Partnerships with Developing Countries (KFPE) is the central Swiss information, exchange and learning platform for research collaboration in and with the global South. During this transition phase, SDC’s support to KFPE will facilitate co-creation of synthetic evidence and debates on selected contemporary global challenges and enable KFPE to (re)position its 11 principles in the context of the 2030 Agenda for sustainable development.



SSD IOM: Regional Information and Coordination Mechanisms for South Sudanese Displacement Dynamics

01.02.2017 - 30.08.2018

Continued conflict, food insecurity and a dire economic situation have increased the scale of displacement both within and outside the country to unprecedented levels, with many sheltering in UN POCS or crossing to neighbouring countries. For humanitarians to be able to respond to the needs of these populations, a better understanding of the displacement dynamics and trends must be developed. IOM’s proposed project will help create a better understanding of the displacement dynamics and trends and enable humanitarians to effectively respond to needs of the populations.


Projet Oriental Protection Migrants Maroc

01.01.2017 - 31.03.2018

Morocco is a country of transit and destination for migrants and refugees, 20’000 of which live on the margins of society, despite the 2014 adopted first ever migration strategy, promising the respect of human rights and access to public services. The “Projet Oriental” facilitates access to health care and provides humanitarian support to 5’600 vulnerable migrants per year and coaches public and civil society service providers to care for the specific needs of the migrants.

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