Abwasserreinigung in Dlhé nad Cirochou

Projekt abgeschlossen
Alte Kanalisation in Dlhe n. Cirochou
In der Slowakei sind nur 65% der Haushalte an ein Kanalisationssystem angeschlossen. Besonders prekär ist die Situation in der Ostslowakei. © SECO

In der Slowakei sind nur etwa 65 % der Bevölkerung an ein Kanalisationsnetz angeschlossen. Die Schweiz unterstützte die Gemeinde Dlhé nad Cirochou daher beim Bau von 6,9 Kilometer Kanalisation. Mehr als 1‘100 Einwohner erhalten Zugang zum Abwassersystem. Weiter wird die Abwasserreinigungsanlage ausgebaut, wodurch das Abwasser von zusätzlich rund 1‘400 Einwohnern aufbereitet werden kann.

  

Land/Region Thema Periode Budget
Slowakei
Umwelt schützen
Abwasserreinigung
14.06.2012 - 31.07.2016
CHF 2'798'203

Hinweis: Die Texte in allen Rubriken, mit Ausnahme «Erreichte Resultate», beschreiben die Situation vor Projektbeginn.

Die Gewässerverschmutzung ist in den neuen EU-Staaten nach wie vor ein grosses Umweltproblem. Grund dafür ist unter anderem das mangelhafte Abwassersystem. In der Slowakei sind nur 65 % der Bevölkerung an ein Kanalisationssystem angeschlossen. In der Gemeinde Dlhé nad Cirochou wurde 2002 zwar ein Abwassersystem aufgebaut. Dieses deckte aber nur die Hälfte der Bevölkerung ab.

Gewässer schützen und Lebensbedingungen verbessern

Die Schweiz beteiligte sich daher mit 2,8 Millionen Franken am Ausbau des Kanalisationssystems in Dlhé nad Cirochou.

  •  6,9 Kilometer Kanalnetz wurden neu gebaut.

  • Die Kapazität der bestehenden Abwasserreinigungsanlage wurde fast verdoppelt, wodurch das Abwasser von zusätzlich rund 1‘400 Einwohnern gereinigt werden kann. Davon profitiert auch die Nachbargemeinde Modra nad Cirochou.

  • Mit einer Informationskampagne wurde die Bevölkerung über das Projekt informiert und auf die Wichtigkeit des Gewässerschutzes aufmerksam gemacht.

Das Projekt unterstützte einerseits die Slowakei in ihrer Bemühung die EU-Standards im Gewässerschutz zu erfüllen. Andererseits verbesserte es die Lebensbedingungen in der Gemeinde.

Weitere Projekte im Bereich Abwasserreinigung 

Gesamthaft wurden mit dem Erweiterungsbeitrag in sechs Projekten rund 90 Kilometer Kanalisationsnetz in acht slowakischen Gemeinden neu gebaut oder modernisiert. Dadurch konnten sich bis Ende 2016 7‘000 Einwohner an das Kanalisationsnetz anschliessen. Insgesamt unterstützte die Schweiz die Abwasserprojekte in der Slowakei mit rund 27 Millionen Franken. Drei der sechs Projekte wurden in den Schwerpunktregionen der Schweizer Unterstützung, den Regionen Prešov und Košice im Osten des Landes, umgesetzt.

Mit der Umsetzung dieses Projekts wird das öffentliche Abwassersystem in der Gemeinde Dlhé nad Cirochou, einschliesslich Nebenkanäle, vollendet. Die Abwasserreinigungsanlage wird ausgebaut, damit sie genügend Kapazitäten hat. Darauf haben wir 15 Jahre gewartet.

Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass sich die hohen Kosten für die periodische Leerung der bestehenden, meist undichten Klärgruben reduzieren und das Abwasser nicht mehr in den Untergrund versickert. Somit nimmt auch die Verschmutzung des Grundwassers ab, welches von der Bevölkerung immer noch mittels Brunnen für die Bewässerung genutzt wird. Da eine geringere Menge an unbehandeltem und verschmutztem Wasser in den Fluss Cirocha fliesst, kann auch die Qualität der Oberflächengewässer bewahrt werden.

Aus Sicht der Gemeinde und der in dieser Gegend aktiven Unternehmen ist die Wohn- und Arbeitsumgebung nun attraktiver, wodurch auch das öffentliche Einkommen und die Zahl der Arbeitsplätze zunehmen. Der Ausbau der Kanalisation und der Abwasserreinigungsanlage wird ausserdem neue Geschäftsmöglichkeiten im ländlichen Tourismus eröffnen.

Jan Kniz, Bürgermeister