Ohne Wasser kein Fortschritt

Projekt abgeschlossen
Ein Mädchen trinkt Wasser aus einem Wasserhahn
Schulkinder haben dank dem DEZA-Projekt Zugang zu sauberem Trinkwasser. © DEZA SDC

Sauberes Trinkwasser, sanitäre Grundversorgung und Latrinen: Das von der DEZA finanzierte Projekt «Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung» will der ländlichen Bevölkerung Haitis dauerhaften Zugang zur nötigen Infrastruktur bieten. Damit die Anlagen langfristig funktionieren, müssen die für den Unterhalt und die Verwaltung der Wasserversorgung zuständigen Akteure ins Projekt einbezogen werden.

Land/Region Thema Periode Budget
Haiti
Wasser
Trinkwasser und Siedlungshygiene (WASH) (bis 2016)
01.11.2011 - 30.06.2016
CHF 8'780'000

Der Zugang zu Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung wirken sich positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden, Qualität der Ernährung und Einkommensaussichten aus. In Haiti sind 90% der 7 Millionen Menschen in ländlichen Gebieten und im Umland der Städte weder an die Wasserversorgung noch an sanitäre Anlagen angeschlossen. Wie folgenschwer dies sein kann, hat die Cholera-Epidemie nach dem Erdbeben von 2010 gezeigt.

Nachhaltige Grundversorgung
Das Projekt «Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung» wird von Helvetas Haiti geleitet und von der DEZA finanziert. Die Ziele:

  • Dauerhafter und qualitativ guter Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung für 36 000 Menschen in 3 haitianischen Gemeinden;
  • Latrinen für 10 000 Menschen;
  • Die lokalen Akteure (Gemeinden, Wasserkomitees, lokale Behörden, Privatsektor, dezentrale staatliche Dienste) sollen befähigt werden, die Anlagen zu bauen, zu verwalten und in Stand zu halten.

Ausgangspunkt: tatsächliche Bedürfnisse
Die Projekte basieren auf der engen Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, den kommunalen Behörden und den staatlichen Diensten. Ausgangspunkt sind stets lokale Initiativen und somit reale Bedürfnisse. Helvetas bereitet das Terrain vor, so dass die verschiedenen lokalen Akteure die beschlossenen Massnahmen selbst durchführen können. Zudem bietet sie Beratung an.
Zwischen 2008 und 2011 wurden in 3 Gemeinden knapp zwei Dutzend Wasser- und Sanitärversorgungsanlagen gebaut, in Stand gesetzt oder vergrössert. Sie versorgen 32 000 Menschen mit Trinkwasser. Schilder an rund 60 Quellen zeigen an, ob das Wasser trinkbar ist oder nicht. Heute wissen sehr viel mehr Menschen Bescheid über Trinkwasser und Hygiene.

Frauen gewinnen Zeit und Energie
Der erleichterte Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung verändert die Lebensbedingungen der Bauern. Durch die Wasserleitungen ist eine ganzjährige Versorgung – auch während der Trockenzeit - gewährleistet.
Die Frauen, traditionell für die Beschaffung von Wasser verantwortlich, gewinnen Zeit und Energie. Früher waren sie jeden Tag stundenlang zu Fuss oder mit Eseln unterwegs, um Wasser zu holen. Dank den neuen Anlagen können sie die gewonnene Zeit für eine Erwerbstätigkeit nutzen. So verbessert sich zusätzlich die Lage der Kinder, die häufig auf Kosten der Schulbildung ihren Müttern helfen mussten.

Fortschritte bei der Hygiene
Die intensive Sensibilisierung zum Thema Hygiene trägt bereits Früchte. Immer mehr Menschen kennen die Zusammenhänge zwischen Trinkwasser, Abwasserentsorgung, Hygiene und Gesundheit. Die Cholera-Epidemie von 2010 hat ebenfalls zur Erkenntnis beigetragen, dass sauberes Trinkwasser eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit ist. Die Aufbereitung von verunreinigtem Wasser erleichtert die Bekämpfung von Cholera und zahlreichen anderen Krankheiten.

Wasser kostet
Seit die Konsumenten für das von ihnen verbrauchte Wasser bezahlen müssen, hat sich ihr Verhalten verändert. Die Meisten verstehen, dass die Wassergebühr zur Funktionsfähigkeit des Netzes beiträgt. Die Einführung der Gebühr führte zu einer Differenzierung des Wasserverbrauchs und zu höheren Erwartungen an die Qualität der Dienstleistungen.

Entwicklungsimpulse
Die anhaltende politische Instabilität hat eine effektive Bewirtschaftung des Wassersektors lange Zeit verunmöglicht. Umfangreiche Infrastrukturschäden und eine erschwerte Finanzierung waren die Folge. Seit Ende 2006 bemüht sich der haitianische Staat aktiv um die Reform dieses Sektors. 2009 wurde die Staatliche Trinkwasserbehörde eingerichtet. Sie normiert die Qualität des Wassers und unterstützt die dezentralen Dienststellen. Ein neues Rahmengesetz regelt die Dezentralisierung der Dienste und ihre Verlagerung in die Gemeinden. Die Wasserwirtschaft kann somit der Entwicklung und der lokalen Verwaltung neue Impulse geben.