Bilaterale Beziehungen Schweiz–Burundi

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Burundi sind durch die Friedensförderung und die Entwicklungszusammenarbeit geprägt. Burundi gehört zur Schwerpunktregion «Grosse Seen».   

Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen

Die Schweizer Diplomatie konzentriert sich in Burundi vor allem auf Entwicklung und Friedensförderung. Die Schweiz ist mit einem Kooperationsbüro in Burundi präsent und verfügt über ein regionales Kooperationsprogramm für die Grossen Seen (Burundi, Demokratische Republik Kongo und Ruanda). Die Region stellt auch einen geografischen Schwerpunkt in der Subsahara-Afrika Strategie 2021-2024 des Bundesrats dar. 

Subsahara-Afrika Strategie 2021-2024 (PDF, 3.0 MB, Deutsch)

Datenbank Staatsverträge

Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation

Forschende und Kulturschaffende aus Burundi können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Basierend auf einem Mandat des SBFI ist das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut, mit Unterstützung der Universität Basel, als sogenanntes Leading House für bilaterale Forschungszusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in Afrika.

Bundes-Exzellenz-Stipendium für ausländische Forschende und Kulturschaffende

Leading House für Subsahara-Afrika (STPH) (en)

Friedensförderung und Menschliche Sicherheit

Die Schweiz setzt sich in Burundi für die Prävention von Gewalt und die Einhaltung der Menschenrechte ein. Über die Förderung des demokratischen Dialogs trägt sie zur Konsolidierung des Friedens und der inklusiven Entwicklung Burundis bei. Die Schweiz arbeitet dabei mit nationalen Institutionen, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zusammen. Der Schweizer Vorsitz der Burundi Konfiguration in der UN-Kommission zur Friedenskonsolidierung bietet eine zusätzliche Plattform zur Förderung des Friedens in Burundi.

Schweizer Menschenrechtspolitik

Schweizer Friedenspolitik

Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Die Schweiz setzt sich im Rahmen der Regionalstrategie für die Grossen Seen (Burundi, Demokratische Republik Kongo und Ruanda) für Frieden, Stabilität, Armutsbekämpfung und den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Sie unterstützt die Stärkung der demokratischen Prozesse, die Einhaltung der Menschenrechte, den sozialen Zusammenhalt und das Schaffen von Arbeitsplätzen, namentlich für junge Menschen. Mit dem koordinierten Einsatz der aussenpolitischen Instrumente – Diplomatie, Entwicklungshilfe, Förderung von Frieden und Menschenrechten sowie humanitäre Hilfe – will die Schweiz die Kapazitäten der Bevölkerung zur Bewältigung von Krisen und Herausforderungen stärken.

Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe

Schweizerinnen und Schweizer in Burundi

Ende 2020 lebten 27 Schweizerinnen und Schweizer in Burundi.

Geschichte der bilateralen Beziehungen

Die Schweiz anerkannte Burundi 1962 am Tag der Unabhängigkeitserklärung und verfügte zwischen 1972 und 1990 in der ehemaligen Hauptstadt Bujumbura über ein Konsulat. Heute existiert in Bujumbura ein Schweizer Kooperationsbüro, während die diplomatische Zuständigkeit bei der Botschaft in Nairobi liegt.

1969 wurde ein bilaterales Abkommen über die technische Zusammenarbeit geschlossen, welches 2013 durch das Rahmenabkommen über Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe ersetzt wurde. Die Gewalt zwischen einzelnen Volksgruppen von 1972 bis 1988 führte zu einer Sistierung der Entwicklungszusammenarbeit. Ab den 1990er Jahren beschränkte sich das Schweizer Engagement auf die humanitäre Hilfe. Nach den Wahlen von 2004 wurde das Land in ein neues Entwicklungshilfeprogramm eingebunden, welches ab 2006 auf das gesamte Gebiet der Grossen Seen ausgedehnt wurde.

Burundi,  Historisches Lexikon der Schweiz

Diplomatische Dokumente der Schweiz, Dodis