Gültig am:
Publiziert am: 29.10.2019

Die Lagebeschreibung ist aktualisiert worden. Die Empfehlungen bleiben unverändert gültig.


Reisehinweise für Chile

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Aktuelles

Seit dem 18. Oktober 2019 kommt es im ganzen Land, insbesondere in Santiago und anderen Städten, immer wieder zu teils gewaltsamen Demonstrationen, Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften, Plünderungen, Streiks und Strassenblockaden. Das Risiko, unversehens in eine gewaltsame Auseinandersetzung zu geraten, kann nicht ausgeschlossen werden.

Auch zahlreiche Fälle von Brandstiftung sind gemeldet worden. Im Stadtzentrum von Santiago richteten Demonstranten in einem Hotel schwere Sachschäden an. Weitere Ereignisse dieser Art können nicht ausgeschlossen werden.

Die Unruhen haben mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert.

Die Regierung hat am 18. Oktober 2019 den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen ausgerufen; er ist am 28. Oktober 2019 wieder aufgehoben worden. Die soziale und politische Lage ist weiterhin angespannt. Versorgungsengpässe können nicht ausgeschlossen werden.

Im Falle von Verkehrsbehinderungen durch Demonstrationen, Streiks oder Strassenblockaden bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Santiago hat bei Verkehrsbehinderungen nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise aus den betroffenen Regionen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter oder einem lokalen Reisebüro über die aktuelle Lage in Ihrem Zielgebiet und die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Erkundigen Sie sich lokal (Medien, Hotel, etc.) über allfällige Ausgangssperren, denn sie werden meistens kurzfristig verhängt und aufgehoben. Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Beachten Sie auch die nachstehenden Informationen und Empfehlungen.

Grundsätzliche Einschätzung

Chile ist grundsätzlich ein stabiles Land, dennoch kann es aufgrund von sozialen und politischen Spannungen zu lokalen Demonstrationen, Streiks, Unruhen und Strassenblockaden kommen.

Demonstrationen, Streiks, Unruhen und Strassenblockaden können örtliche Verkehrsbehinderungen und Verspätungen zur Folge haben. In diesem Fall müssen die Reisenden sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten erkundigen oder gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abwarten. Planen Sie daher genügend Zeit während Ihrer Reise ein. Die Schweizer Botschaft in Santiago hat bei Verkehrsbehinderungen nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise aus den betroffenen Regionen.

Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren).

In der Hauptstadt wurden in der Vergangenheit gelegentlich Anschläge durch lokale gewalttätige Gruppierungen verübt. Sie richteten sich meistens gegen Banken, Verwaltungsgebäude und ausländische Firmensitze und verursachten Sachschäden. Vereinzelt wurden aber auch Personen verletzt. Weitere Anschläge dieser Art können nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko von Anschlägen durch internationale terroristische Organisationen kann auch in Chile nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Santiago und Valparaíso: Regelmässig demonstrieren Studenten im Zentrum von Santiago und Valparaíso. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da gewaltsame Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.

Die Grenzgebiete zu Peru, Bolivien und Argentinien sind noch teilweise vermint - selbst in der Nähe von Touristenorten und in einigen Naturreservaten. Die Minenfelder sind in der Regel markiert. Halten Sie sich in diesen Regionen dennoch an die häufig benutzten Strassen, beachten Sie die Warnschilder und unternehmen Sie Wanderungen nur in Begleitung eines ortskundigen Führers. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei der lokalen Polizei und/oder der Bevölkerung.

In der IX Region (Araucanía) verüben Aktivistengruppen der indigenen Bevölkerung Gewaltakte gegen die Holzindustrie und gegen Grundbesitzer. Dieser Konflikt führt gelegentlich zu Strassensperren und zu vereinzelten gewalttätigen Übergriffen extremistischer Elemente, u.a. auf Busse. Ohne selbst Ziel davon zu sein, könnten Reisende unversehens davon betroffen sein. Lassen Sie Vorsicht walten.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Entreiss- und andere Diebstähle kommen vor. Zunehmend wird Gewalt angewendet. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • In den Stadtzentren von Santiago und Valparaíso ist besondere Vorsicht geboten. Diebstähle sowie gewaltsame Überfälle auf Touristen sind in Valparaíso häufig, namentlich im unteren Stadtteil sowie in den von vielen Touristen besuchten Strassen entlang der Hügel der Stadt.
  • Verzichten Sie vor allem nachts auf Besuche der ärmeren Wohnviertel.
  • Informieren Sie sich bei Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten.
  • Wechseln Sie kein Geld auf der Strasse.
  • Tragen Sie keinen auffälligen oder wertvollen Schmuck.

Verkehr und Infrastruktur

Der Strassenzustand der Hauptverkehrsachsen kann als gut bezeichnet werden. Abseits der Hauptachsen sind jedoch viele Strassen nicht asphaltiert oder in schlechtem Zustand.

Überhöhte Geschwindigkeit und die häufige Missachtung von Verkehrsregeln bilden ein erhebliches Unfallrisiko auf Chiles Strassen. Nach Einbruch der Dunkelheit erhöht sich das Unfallrisiko zusätzlich.

Unterschätzen Sie bei der Routenplanung die grossen Distanzen nicht. Führen Sie vor allem in den Wüstengebieten einen ausreichenden Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln und Treibstoff mit.

In abgelegenen Gebieten sind mobile Telefonverbindungen sowie der Zugang zum Internet nicht immer und überall gewährleistet.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Die Beleidigung höherer Staatsbehörden gilt als Verstoss gegen das Gesetz über innere Sicherheit. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Haftstrafen bis zu 20 Jahren geahndet (die Strafverfahren sind langwierig).

Naturbedingte Risiken

Chile liegt in einem Erdbebengebiet und zählt etwa 80 aktive Vulkane. Erdbeben können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen.

Die teils extremen Witterungsbedingungen erfordern bei Outdoor-Aktivitäten eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Im Süden Chiles und in den Bergen können sich die Witterungsverhältnisse sehr rasch ändern.

Im Sommer besteht vielerorts Waldbrandgefahr.
Heftige Regenfälle können Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen (einschliesslich Stromausfälle) sowie in der Wüste ausgetrocknete Bachbette in kürzester Zeit in reissende Flüsse oder Schlammlawinen verwandeln. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden.

Unternehmen Sie Wanderungen, Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundigen, qualifizierten Führern.
Beim Besuch von Nationalparks informieren Sie die Nationalparkbehörde CONAF (Corporación Nacional Florestal) über Ihre geplanten Touren, wenn Sie am Parkeingang die Zugangsgebühr bezahlen.

Beachten Sie die Wettervorhersagen, sowie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane und Evakuationsbefehle.
Dirección Meteorológica de Chile
Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior ONEMI

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Santiago.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung wegen der grossen Distanzen und geringen Bevölkerungsdichte nicht überall gewährleistet. Viele Krankenhäuser verlangen eine Kostengarantie, bevor sie Patienten behandeln. Erste Hilfe sollte im Prinzip jedoch ohne finanzielle Garantie geleistet werden.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Im Altiplano sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 133
Notruf Ambulanz: 131

Chilenische Zollvorschriften: Servicio Agrícola y Ganadero (SAG)

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Santiago

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.