Gültig am:
Publiziert am: 27.04.2026

Das Kapitel besondere Hinweise ist ergänzt worden (Link mit Informationen für Ein- und Ausreisebestimmungen für Minderjährige).


Reisehinweise für Chile

Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.

Beachten Sie auch die nachstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.

Grundsätzliche Einschätzung

Reisen nach Chile gelten grundsätzlich als sicher.

Die soziale und politische Lage ist angespannt und Demonstrationen und Streiks kommen vor allem in der Hauptstadt Santiago und in Valparaíso vor. Dabei kann es zu Sachbeschädigungen, Gewaltanwendung und Strassenblockaden kommen, welche auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen können.

Die Regierung kann kurzfristig den Ausnahmezustand über einzelne Gebiete verhängen. Der Ausnahmezustand berechtigt die Behörden unter anderem, die Versammlungs- oder die Bewegungsfreiheit einzuschränken und Ausgangssperren zu verhängen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter oder einem lokalen Reisebüro über die aktuelle Lage in Ihrem Zielgebiet und die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Chile nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Die Grenzgebiete zu Peru, Bolivien und Argentinien sind noch teilweise vermint. Naturreservate und Gebiete in der Nähe von touristisch besuchten Orten können davon betroffen sein. Minenfelder sind in der Regel markiert, bleiben Sie in diesen Regionen auf den häufig benutzten Strassen und beachten Sie die Warnschilder.
Im ganzen Land und vor allem in den Grenzgebieten zu Peru und Bolivien sind gewalttätige Schmuggel- und Drogenbanden aktiv.
Lassen Sie sich in diesen Gebieten von einer ortskundigen Reiseleitung begleiten, und vergewissern Sie sich, dass die Sicherheitslage abgeklärt worden ist.

In den Regionen Araucanía und Bio Bio gilt seit 2021der Ausnahmezustand. Anschläge gegen die Holzindustrie, Grundbesitzer, Transportunternehmungen, Regierungsvertretungen und Sicherheitskräfte werden von kriminellen Gruppierungen verübt. Konflikte führen häufig zu Strassensperren und Übergriffen, bei welchen es zu Verletzten und Todesopfern kommen kann.
Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei Ihrem Reiseveranstalter über die aktuelle Sicherheitslage und Durchführbarkeit der geplanten Reise. Befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (Ausgangssperren, etc.) und lassen Sie grösste Vorsicht walten.

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate, einschliesslich Morde, ist erhöht und kann je nach Ortschaft und Stadtteil erheblich variieren. Es kann zu Entreissdiebstählen und bewaffneten Raubüberfällen kommen. Oft wird Gewalt angewendet. Entführungen durch organisierte kriminelle Gruppen kommen vor. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:

  • Informieren Sie sich bei ortsansässigen Kontaktpersonen oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten, und erkundigen Sie sich, ob es Quartiere gibt, die gemieden werden sollten;
  • In den Stadtzentren von Santiago und Valparaíso ist besondere Vorsicht geboten. Diebstähle sowie gewaltsame Überfälle sind insbesondere in Valparaíso häufig, namentlich im unteren Stadtteil sowie in den von Reisenden vielbesuchten Strassen entlang der Hügel der Stadt;
  • Verzichten Sie vor allem nachts auf Besuche der ärmeren Wohnviertel;
  • Parken Sie Ihr Auto nur auf bewachten Parkplätzen;
  • Wechseln Sie kein Geld auf der Strasse;
  • Tragen Sie keinen auffälligen oder wertvollen Schmuck;
  • Leisten Sie bei einem Überfall keinen Widerstand, denn Kriminelle schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Verkehr und Infrastruktur

Der Strassenzustand der Hauptverkehrsachsen ist gut. Abseits der Hauptachsen sind viele Strassen nicht asphaltiert oder in schlechtem Zustand. Überhöhte Geschwindigkeit und die häufige Missachtung von Verkehrsregeln bilden ein erhebliches Unfallrisiko. Nach Einbruch der Dunkelheit ist das Unfallrisiko erhöht.

Führen Sie in den Wüstengebieten Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln und Treibstoff mit.

In abgelegenen Gebieten sind mobile Telefonverbindungen sowie der Zugang zum Internet nicht immer gewährleistet. Stromausfälle können vorkommen.

Es kommt vor, dass die Grenzübergänge kurzfristig vorübergehend geschlossen werden, z.B. um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Informieren Sie sich bei den lokalen Behörden oder direkt bei den Grenzposten.

Besondere rechtliche Bestimmungen

Der Alkoholkonsum ist auf öffentlichen Plätzen, in Parks, etc. verboten.

Die Beleidigung staatlicher Institutionen oder hochrangiger politischer Persönlichkeiten gilt als Verstoss gegen das Gesetz über innere Sicherheit.

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Die Strafverfahren sind langwierig.

Naturbedingte Risiken

Chile liegt in einem Erdbebengebiet und hat zahlreiche Vulkane. Starke Erdbeben können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen. Tsunami, die durch Vulkanausbrüche oder Erdbeben im pazifischen Raum ausgelöst werden, können auch Chile erreichen.

Heftige Regenfälle können Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen sowie in der Wüste ausgetrocknete Bachbette in kürzester Zeit in reissende Flüsse oder Schlammlawinen verwandeln. Der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden.

Es besteht vielerorts Waldbrandgefahr. Dies kann Unterbrüche im Reiseverkehr und der Stromversorgung zur Folge haben.

Beachten Sie die Wettervorhersagen, sowie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane und Evakuationsbefehle.
Dirección Meteorológica de Chile

Servicio Nacional De Prevención y Respuesta Ante Desastres (Senapred)

Die extremen sowie rasch ändernden Witterungsbedingungen erfordern bei Outdoor-Aktivitäten eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Unternehmen Sie Wanderungen, Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundiger, qualifizierter Reiseführung. Geplante Touren in Nationalparks sind der Nationalparkbehörde CONAF zu melden.

Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Santiago de Chile.

Medizinische Versorgung

Ausserhalb der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung nicht überall gewährleistet. Viele Krankenhäuser verlangen vor Behandlungen eine Kostengarantie.

Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Im Hochgebirge sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren medizinische Fachpersonen und Impfzentren.
Reiselinks

Besondere Hinweise

Erkundigen Sie sich frühzeitig bei der Botschaft der Republik Chile in Bern über die besonderen Ein- und Ausreisevorschriften für Minderjährige.
Ingreso e salida de menores del pais (Spanisch)

Nützliche Adressen

Notruf Polizei: 133
Notruf Ambulanz: 131

Chilenische Zollvorschriften: Servicio Agrícola y Ganadero (SAG)

Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizerische Botschaft in Chile

Helpline EDA

Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente, etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz

Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.