Religionen

Die Schweiz ist ein christlich geprägtes Land mit einer Bevölkerung, die mehrheitlich entweder der katholischen oder der evangelisch-reformierten Kirche angehört. Beide Kirchen sind öffentlich-rechtlich anerkannt und unterliegen den Kantonen. Die Religionsfreiheit ermöglicht es auch anderen Glaubensgemeinschaften, ihre Religion zu praktizieren. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Religionslandschaft stark verändert.

Ansicht des Hauses der Religionen in Bern
Im Haus der Religionen in Bern leben acht Religionsgemeinschaften unter einem Dach zusammen. © Stefan Maurer

Die meisten in der Schweiz lebenden Personen gehören dem Christentum an. Die grösste konfessionelle Gemeinschaft bilden die Katholikinnen und Katholiken, gefolgt von den Protestantinnen und Protestanten. Neben reformierten und römisch-katholischen Christinnen und Christen leben auch Angehörige von Freikirchen, des orthodoxen Christentums, Judentums, Buddhismus, Islam, Hinduismus, Sikhismus sowie weiterer Religionen in der Schweiz.

Die Religionslandschaft hat sich in der Schweiz in den letzten 40 Jahren stark verändert. Migrationsbewegungen haben einerseits zu einem religiösen Pluralismus geführt. Andererseits ist insbesondere in den Städten die Anzahl Menschen gestiegen, die keiner Religion angehören. 

Fakten und Zahlen zu den Religionen in der Schweiz

  • In der Schweiz ist die Religionsfreiheit eines der verfassungsmässig verankerten Grundrechte.
  • 32% der Schweizer Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an; 21% der Einwohnerinnen und Einwohner sind Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche.
  • Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche bilden in den meisten Kantonen (mit Ausnahme von Genf und Neuenburg) öffentlich-rechtliche Körperschaften mit unterschiedlich gestalteter Autonomie. Ihre Finanzierung beruht auf vom Staat eingezogenen Kirchensteuern und zum Teil auf staatlichen Beiträgen.
  • Die Reformation der Kirchen in Europa verbreitete sich im 16. Jahrhundert von Genf aus in der französischen Schweiz und von Zürich aus in der Deutschschweiz.
  • Personen ohne Religionszugehörigkeit machen heute 34% der Bevölkerung aus. 1970 betrug dieser Anteil nur gerade 1%.
  • Bei den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften, denen 5,6% der Schweizer Bevölkerung angehört, bilden die orthodoxen Kirchen mit einem Bevölkerungsanteil von fast 3 % die grösste Gruppe.
  • Ein grosser Teil der rund 6 % Musliminnen und Muslime in der Schweiz stammen aus dem Balkan und aus der Türkei. Sie leben vor allem in den grösseren Städten.
  • Die jüdischen Glaubensgemeinschaften umfassen 0,2% der Bevölkerung. Die grössten jüdischen Gemeinschaften befinden sich in Zürich und Genf, wobei sie in etwa zwei Dutzend Schweizer Städten vertreten sind.
  • Im Zentrum des Katholizismus, dem Vatikan in Rom, schützt seit über 500 Jahren die Schweizergarde den Papst und seinen Palast.
  • Zahlreiche Feste, Bräuche und andere örtliche Traditionen haben ihre Wurzeln in der Religion.