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Medienmitteilung, 11.04.2022

Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Bundespräsident Ignazio Cassis und seinem lettischen Amtskollegen Egils Levits stand neben den bilateralen Beziehungen und dem Krieg in der Ukraine auch die Europapolitik. Nach ihrem Austausch besuchten Bundespräsident Cassis und Präsident Levits das Rainis- und Aspazija-Museum in Lugano, das zwei lettischen Intellektuellen gewidmet ist, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schweiz im Exil waren.

Bundespräsident Ignazio Cassis empfing den lettischen Präsidenten Egils Levits auf der Piazza Riforma in Lugano. Während ihres offiziellen Treffens sprachen die beiden über die guten bilateralen Beziehungen und bekräftigten, dass sie diese weiter vertiefen wollen. Dies wurde bereits im Juli 2021 vereinbart, als der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) Riga anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Anerkennung der lettischen Unabhängigkeit durch die Schweiz besuchte.

Ein wichtiges Gesprächsthema war auch der Krieg in der Ukraine. Die beiden Amtskollegen unterstrichen ihre Forderungen nach einem sofortigen Abzug der russischen Truppen und einer unabhängigen internationalen Untersuchung, um die mutmasslichen Kriegsverbrechen aufzuklären. Der Bundespräsident erklärte, wie die Schweiz zur Bewältigung der Krise beiträgt: durch humanitäre Hilfe vor Ort, durch unbürokratische Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge und durch Sanktionen gegenüber Russland und Belarus. Auch die Situation in diesen beiden Nachbarstaaten Lettlands wurde thematisiert. Die Schweiz verurteilt die Beteiligung von Belarus am russischen Angriff auf die Ukraine: «Die Schweiz hat Belarus wiederholt aufgefordert, sich nicht aktiv an den Kämpfen zu beteiligen, sondern seine Nähe zu Russland zu nutzen, um auf eine Deeskalation hinzuwirken», sagte der Bundespräsident.

Des Weiteren sprachen die beiden Amtskollegen über die Europapolitik der Schweiz. Ignazio Cassis unterstrich, dass die Schweiz den bilateralen Weg mit der EU konsolidieren und weiterentwickeln will. Er erläuterte das vom Bundesrat vorgeschlagene Verhandlungspaket, das auch institutionelle Elemente enthält, die in den einzelnen Abkommen über den Zugang zum Binnenmarkt verankert werden sollen. Ausserdem wies er auf die gemeinsamen Werte beider Seiten hin und bekräftigte das Engagement der Schweiz für Stabilität, Sicherheit und Wohlstand in Europa. Der zweite Beitrag der Schweiz an ausgewählte EU-Mitgliedstaaten, von dem auch Lettland profitieren wird, ist in diesem Zusammenhang zu sehen.

Eine Tessiner Hommage an Lettland

Nach den offiziellen Gesprächen besuchten Bundespräsident Cassis und der lettische Präsident Levits ein Museum, das dem Dichterpaar Rainis und Aspazija gewidmet ist. Die beiden lettischen Intellektuellen lebten ab 1906 in Castagnola bei Lugano im Exil, bevor sie 1920 in ihre Heimat zurückkehrten. Der Entscheid, den lettischen Präsidenten im Tessin zu empfangen, widerspiegelt den Wunsch von Bundespräsident Ignazio Cassis, ausländische Gäste während seines Präsidialjahres in verschiedenen Regionen der Schweiz zu empfangen. Ziel ist es, die Vielfalt und den Reichtum der Schweiz sichtbar zu machen und der Bevölkerung die Aussenpolitik näherzubringen.


Weiterführende Informationen

Bilaterale Beziehungen Schweiz - Lettland


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Letzte Aktualisierung 28.01.2022

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