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Der kolumbianische Präsident und der Chef der Farc-Guerillas geben sich die Hand nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags im Juni 2016 in Havanna im Beisein von Raoul Castro.
Juan Manuel Santos, Präsident Kolumbiens, und FARC-Chef Rodrigo Londono besiegeln den Friedensvertrag im Juni 2016 in Havanna im Beisein von Raoul Castro. (© Keystone)

Die Schweiz ist eine international anerkannte und gefragte Partnerin in der Mediation von Friedensverhandlungen und in der Unterstützung von Mediations- und Friedensprozessen. In den vergangenen Jahren begleitete sie in mehr als 20 Ländern über 30 Friedensprozesse. Vermehrt stellt die Schweiz auch internationalen Organisationen wie der UNO oder der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE Expertinnen und Experten zur Verfügung, die im Auftrag der Organisation in Konflikten vermitteln.

Im Einverständnis mit den Konfliktparteien schafft die Schweiz den nötigen Freiraum für Verhandlungen – ohne selber Partei zu ergreifen oder den Inhalt zu beeinflussen. Sie unterstützt die Parteien darin, Ursachen zu identifizieren, ihre Anliegen zu formulieren und Lösungen zu erarbeiten.

Mediation als Teil der Guten Dienste (PDF, 1 Seite, 182.8 kB, Deutsch)

Unterschieden werden fünf Arten von Vermittlungsdiensten:

 

1. Dialogunterstützung

Die Schweiz ermöglicht und gestaltet den Dialog zwischen Konfliktparteien, um das gegenseitige Verständnis zu verbessern.

Beispiel: In der Demokratischen Republik Kongo, unterstützt die Schweiz den Dialog zwischen Gemeinschaften, Lokalbehörden und Sicherheitskräften. Er hilft mit, das Zusammenleben zu erleichtern und bewaffneter oder politischer Gewalt vorzubeugen.

2. Fazilitation

«Mediation light»: Als Fazilitatorin unterstützt die Schweiz auf Anfrage Gespräche, um Anliegen der Parteien zu klären und künftige Friedensprozesse vorzubereiten.

Beispiel: In den Syrienverhandlungen unterstützt die Schweiz den Friedensprozess unter der Schirmherrschaft der UNO. Dieser Prozess führte unter anderem zur Einberufung des Verfassungsausschusses im Jahr 2019.

In Libyen unterstützt die Schweiz die Friedensbemühungen der UNO als Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe Humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte des Berliner Prozesses.

3. Verhandlungsunterstützung

Die Schweiz unterstützt die Parteien inhaltlich mit Fachwissen zum Beispiel dabei, wie Verhandlungen geführt werden können.

Beispiele: Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-Guerilla von 2012 bis 2016 in der kubanischen Hauptstadt Havanna oder die Friedensgespräche in Mosambik, die die Schweiz seit 2017 auf Wunsch von Regierung und Opposition koordiniert und begleitet.

4. Mediationsunterstützung

Die Schweiz unterstützt Konfliktparteien oder die Leitung des Prozesses bei der Gestaltung der Mediation, zum Beispiel zu inhaltlichen Aspekten und zum Ablauf – ohne jedoch die Mediation zu leiten.

Beispiel: In Syrien unterstützt die Schweiz den Einbezug der Zivilbevölkerung in den Friedensprozess durch eine Dialogplattform (Civil Society Support Room) in Genf.

5. Mediation

Die Schweiz selber ist zuständig für den Prozess: Sie hat die strategische und inhaltliche Leitung inne und führt das Mediationsteam. Gleichzeitig bringt sie auch thematisch ihr Fachwissen ein.

Beispiel: die Vermittlung zwischen der Regierung von Mosambik und der RENAMO in den Jahren 2017 und 2018.

Professionalisierung

Um der Nachfrage nach Schweizer Vermittlung gerecht zu werden, erhöht die Schweiz ihre Kapazitäten und professionalisiert die Mediation. Zusammen mit Partnern wie swisspeace bietet sie regelmässig Aus- und Weiterbildungskurse an. Seit November 2017 beteiligt sie sich zudem an einem Masterstudium in Friedensmediation an der ETH Zürich. Deutschland, Finnland und Schweden sowie UNO und OSZE tragen die weltweit einzigartige Ausbildung mit.

Masterstudium in Friedensmediation ETHZ (en)


Letzte Aktualisierung 07.03.2022

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