Nachbarstaaten

Die Schweiz ist mit ihren Nachbarstaaten und insbesondere mit den angrenzenden Regionen in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht eng verflochten. Die Pflege der Beziehungen zu diesen Regionen und Staaten ist deshalb von grosser aussenpolitischer Bedeutung. Die Klärung offener Fragen und Suche nach konstruktiven Lösungen wird von allen Beteiligten dementsprechend gewichtet. 

Karte Mitteleuropas mit der Schweiz und ihren Nachbarstaaten.
Die Schweiz pflegt mit ihren Nachbarstaaten insbesondere über die Grenzregionen ausgesprochen wichtige Beziehungen. © Rat der europäischen Union

Die Schweiz ist mit ihren Nachbarstaaten eng verflochten. Die Verbindungen beruhen auf politischen, sprachlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gemeinsamkeiten und Interessen. Zwei Drittel der in der Schweiz wohnhaften EU-Bevölkerung kommen aus unseren Nachbarstaaten. Fast 70% des gesamten Warenhandels der Schweiz mit der EU gehen allein auf Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich zurück. Die vier grossen Nachbarstaaten sind weiter auch wichtige Mitgliedstaaten der EU. Die Schweiz hat deshalb ein grosses Interesse, mit ihnen einen ständigen Dialog über ihr Verhältnis zur EU zu pflegen. Die drei Erstgenannten gehören zu den G-7, Frankreich ist zudem ständiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat.

In der Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten dominieren Verkehrs-, Finanz- und Steuer- sowie Energiefragen. Eine enge Kooperation besteht auch in konsularischen Angelegenheiten sowie in Forschung und Innovation. Die Zusammenarbeit im Alpenraum ist ein weiterer wichtiger Aspekt in den Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Auch auf multilateraler Ebene arbeitet die Schweiz mit ihren Nachbarn eng zusammen. Das betrifft insbesondere Themenbereiche, in denen die Schweiz und ihre Nachbarstaaten ähnliche Positionen und Prioritäten verfolgen. Dazu zählen Menschenrechte, Demokratie und humanitäre Themen. Zu aktuellen internationalen Fragen tauscht sich die Schweiz mit den Nachbarstaaten regelmässig im Rahmen von politischen Konsultationen aus.

Teil des wirtschaftsstärksten Grossraums Europas

Die Beziehungen zu den unmittelbar an die Schweiz angrenzenden Regionen sind besonders eng. Das wird insbesondere anhand der Handelsbeziehungen deutlich, beispielsweise mit Baden-Württemberg, Bayern und der Lombardei. So beträgt das Handelsvolumen der Schweiz mit den direkt anliegenden Nachbarregionen jährlich fast 90 Milliarden CHF, was der Hälfte des Warenhandels der Schweiz mit den Nachbarstaaten entspricht. Im Vergleich: der Warenhandel der Schweiz mit den USA beträgt 60 Milliarden CHF und derjenige mit Brasilien, Indien, China und Südafrika zusammen 74 Milliarden CHF. Mit Süddeutschland und Norditalien grenzen zwei der wettbewerbsfähigsten Regionen Europas an die Schweiz. Ausgezeichnete Beziehungen zu diesen Regionen tragen viel zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz bei.